Auszug aus dem weltberühmten Rechenbuch Liber Abaci (1202): In diesem Werk veröffentlichte der italienische Mathematiker Leonardo Fibonacci Erkenntnisse, die er durch Reisen erworben hatte, und verband sie mit eigenen Überlegungen.
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Auszug aus dem weltberühmten Rechenbuch Liber Abaci (1202): In diesem Werk veröffentlichte der italienische Mathematiker Leonardo Fibonacci Erkenntnisse, die er durch Reisen erworben hatte, und verband sie mit eigenen Überlegungen.

Das Werk der Künstlerin Emmanuelle Moureaux im Bürogebäude Lumière in Paris lädt dazu ein, Zahlen und den Sinn, den wir ihnen geben, zu hinterfragen.
Übersicht
Sie dienen uns zum Rechnen, Messen oder Codieren, doch über ihre Geschichte ist wenig bekannt: Zahlen. Von Mesopotamien vor über 5.000 Jahren über Indien und China bis in die arabische Welt - der Dreiteiler führt durch die faszinierende Weltgeschichte der Zahlen und erklärt, warum sich eine Zählweise letztlich durchgesetzt hat und zu einem universellen Bezugssystem wurde.
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Zahlen sind heute allgegenwärtig. Man könnte meinen, es habe sie schon immer gegeben. Doch die
Menschheit kam lange Zeit ohne sie aus.
Einige traditionelle Gesellschaften zählen noch immer mit den Fingern oder kleinen Gegenständen. Die Samen im hohen Norden begnügten sich vor der europäischen Kolonisation damit, die Zahl der Rentiere in ihren Herden zu schätzen. Wozu sollte man Buch führen über jedes Tier, das geboren oder gestorben war, wenn es auch anders ging?
Die ersten Formen der Buchführung entstanden erst, als die Menschen sesshaft wurden.
Als Nomaden zählten sie die Tage oder Zyklen ihrer Wanderungen wahrscheinlich mit einfachen Strichen oder anderen Markierungen. Erst als Vorräte gelagert und gesichert werden mussten, wurden genauere Zählsysteme notwendig.
In mesopotamischen Ausgrabungsstätten wie dem Stadtstaat Mardaman im Westen der Autonomen Region Kurdistan im Irak wurden zahlreiche Tontafeln gefunden, die von einer frühen Buchhaltung zeugen: Diese ältesten Schriftdokumente der Menschheit zeigen Zahlen, die lange vor den ersten Buchstaben niedergeschrieben wurden.
Die Entwicklung schriftlicher Buchhaltungssysteme ermöglichte schon bald die Entstehung riesiger Reiche. Vom Nahen und Mittleren Osten bis nach China und Mittelamerika umgaben sich die großen Herrscher der Antike mit Schreibern und Buchhaltern, die Aufgaben wie Heeresaufstellungen, Landvermessung und
Steuererhebung übernahmen.
Zunächst wurden an verschiedenen Orten unterschiedliche Zahlensysteme verwendet, doch schließlich setzte sich nur eines durch: das so genannte Stellenwertsystem, das bis heute in Gebrauch ist. Es entstand in Indien und diente zunächst vor allem
Astronomen und Wahrsagern. Nur zehn Zeichen - darunter die berühmte 0 - reichen aus, um alle Zahlen abzubilden. Eine geniale Erfindung, die einen weltweiten Siegeszug antrat.
Hinweis
Synchronfassung, Audiodeskription
Personen
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