No Other Land

Israel / Norwegen, 2024
bis 00:35
Dokumentarfilm
  • Stereo
  • HDTV
  • 20250423230000
VPS 00:00


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Übersicht

Die kürzlich mit einem Oscar prämierte israelisch-palästinensische Dokumentation über die Zerstörung von palästinensischen Dörfern im Westjordanland ist mit aktivistischer Wut gedreht und deshalb ein einseitiger Film. Dennoch ist «No Other Land» informativ und in seinem Anliegen wichtig.

Themen

    Details

    Alles begann 2019, als die israelischen Journalisten Yuval Abraham und Rachel Szor nach Masafer Yatta, einer Ansammlung von Dörfern im Westjordanland reisten, um über die Versuche der israelischen Armee zu berichten, die Bewohner zu vertreiben, um das Gelände in eine militärische Übungsanlage zu verwandeln. Dort trafen sie Basel Adra und Hamdan Ballal. Die beiden Palästinenser dokumentierten dort seit Jahren die Zerstörung von Dörfern in Masafer Yatta mit ihrer Kamera. Sie freundeten sich an und beschlossen gemeinsam einen Film zu drehen, um die Vertreibung publik zu machen.In Nahaufnahme folgt der Film Adra, wie er die langsame Zerstörung seines Hauses dokumentiert. So fängt «No other Land» Schmerz und Leid ein: Häuser werden vor den Augen der Familien abgerissen, während Kinder weinen; Palästinenser werden aus nächster Nähe erschossen; ein Brunnen wird mit Zement gefüllt, weil die Palästinenser nach Ansicht der israelischen Soldaten nicht die richtige Genehmigung dafür haben. In einer Szene tauchen Siedler auf, die ihr Gesicht verdecken, und damit beginnen, Steine auf Palästinenser zu werfen. Israelische Soldaten stehen dabei und greifen nicht ein.No Other Land ist eher die Aneinanderreihung intensiver Momente von Gewalt und Trauer als eine ausgewogen recherchierte Dokumentation. Es fehlen die Grauzonen, die radikalen wie auch die gemässigten Stimmen der anderen Seite. Überzeugend ist der Film immer dann, wenn Adras Erzählungen und Geschichten über das aufgenommene Filmmaterial gelegt werden, wenn die Aufnahmen vom Alltagsleben, das es in Masafer Yatta einst gab, den Bildern der aktuellen Verwüstung gegenübergestellt werden. Trotz dieser Einseitigkeit erzählt der Film eben auch von einer Annäherung, nämlich jener des israelischen Journalisten Yuval Abraham und des palästinensischen Aktivisten Basel Adra, die länger je mehr zu einem Team zusammenwachsen.Als der Film letztes Jahr an der Berlinale lief und dort ausgezeichnet wurde, geriet «No Other Land» aber in die Kritik, denn es wurde ihm vorgeworfen, mit seiner letztlich unkritischen, aktivistischen Einseitigkeit auch den im antiimperialistischen Milieu zunehmend antisemitisch gefärbten Antizionismus weiter zu befeuern. «No Other Land» aber ist kein antisemitischer Film. Kritisiert wird die Politik Israels, und am Beispiel von Basel Adra und Yuval Abraham scheint exemplarisch auf, wie trotz aller Abgrenzungen Juden und Araber weiter von Versöhnung träumen.

    Hinweis

    Personen

    Schauspieler:
    Rolle
    Regie:Yuval Abraham, Basel Adra, Hamdan Ballal, Rachel Szor
    Drehbuch:Yuval Abraham, Basel Adra, Hamdan Ballal, Rachel Szor
    Kamera:Rachel Szor
    Musik:Julius Pollux Rothlaender


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