Franz Gernstl ist wieder unterwegs in der bayerischen
Heimat. Zusammen mit Kameramann HP Fischer und Tonmann Stefan Ravasz sucht er nach interessanten Menschen und guten Geschichten.Bevor die Reise startet, muss noch eine wichtige Privatangelegenheit geregelt werden: Gernstls Meerjungfrau, ein Geburtstagsgeschenk seiner beiden Kollegen, ist beschädigt: Ihr Daumen ist gebrochen.
Im Pappmaschee-Universum in Fürth soll sie repariert werden.Dort freut sich Christiane Altzweig, dass sie eine ihrer Lieblingsfiguren wieder einmal in der Werkstatt hat. In Peißenberg im Pfaffenwinkel besucht das
Filmteam dann einen alten Bekannten, den Pyrotechniker Ingo Hummig. Bereits vor Jahren hat er das Team mit showmäßigen Sprengungen beeindruckt. Mittlerweile sind Tochter Mebel und Sohn Moritz tätig und zeigen mit dem gleichen Enthusiasmus, wie man effektvoll einen Pkw abfackelt - eine Aktion, um angehende Feuerwehrleute zu schulen.Weiter geht es in die Berge. Im Bilderbuchbahnhof von Mittenwald treffen die drei Reisenden einen anderen, ganz besonderen Reisenden: Lasse Stolley ist mit 16 Jahren von zu Hause ausgezogen und wohnt seit zwei Jahren im Zug. Mit der Bahncard 100 kann er reisen, wohin und wann immer er will. Sogar seinen Job als Programmierer erledigt er aus dem fahrenden Zugabteil. „Ich habe in den zwei Jahren im Zug mehr gelernt als in meiner ganzen Schulzeit“, schwärmt Lasse von seinem extravaganten Lebensstil.Sehr viel bodenständiger, aber nicht weniger ungewöhnlich hat Daniel Bensmann in Bad Hindelang sein Leben eingerichtet. Mit gepflegtem Vollbart und Tattoos sieht er nicht aus wie ein Allgäuer Landmann, eher wie ein Berliner Hipster. Tatsächlich war er früher als Tätowierer in Edinburgh, Moskau und New York tätig - bis ihn das Heimweh gepackt hat. Jetzt, sagt er, „kann ich durch den Ort laufen, und jeder kennt mich, der Bäcker und der Metzger“. Das sei ein wohligeres Lebensgefühl, als anonym in der Großstadt zu wohnen.In Edling, nicht weit von Gernstls früherer Heimat Rosenheim entfernt, treffen sich Menschen, die das Fernweh gepackt hat. Seit 40 Jahren versammeln sich beim „Pritz Globetrotter Treffen“ ein paar Hundert Weltenbummler mit ihren abenteuerlichen Gefährten und tauschen Erfahrungen aus. Dass die Veranstaltung diesmal von Regenfällen begleitet ist, macht den Reiselustigen wenig aus. Man ist gut ausgerüstet und hat ein geländegängiges Fahrzeug. Das Filmteam mit seinem roten Bus hat allerdings Mühe, das vermatschte Gelände wieder zu verlassen.Ohne einen genauen Plan reisen die drei filmischen Pfadfinder kreuz und quer durch
Bayern, lassen sich treiben, frönen ihren eigenen Vorlieben, vertrauen auf den Zufall und finden daheim in Bayern ebenso extravagante Typen, lebenslustige Philosophinnen und inspirierende Abenteurer wie in der Ferne.