Mit Mayla Häuser, Sachiko Hara, Josefine Israel,
Henni Jörissen, Eva Maurischat, Eva Maria Nikolaus,
Linn Reusse, Joël Schnabel, Bettina Stucky, Luisa Taraz,
Alberta von Poelnitz, Julia Wieninger, Heinke Andresen,
Mathias Baumann, Thomas Geiger und Alexej Mir
Licht: James Farncombe
Komposition: Paul Clark, Melanie Wilson
Original-Soundesign: Melanie Wilson
Dramaturgie: Sybille Meier
Der Vater ist tot, das Haus wird abgeriegelt.
Die Tradition schreibt acht Jahre der Trauer für die Witwe und ihre fünf Töchter vor. Bernarda Albas Haus wird zum Gefängnis.
Schnell beginnen die Töchter, gegen das strenge Regime der Mutter aufzubegehren. Nicht zuletzt, weil ein Kampf um den schönsten Mann im Dorf entbrennt. Die Lust zu Leben bricht sich Bahn, Isolation und Abschottung führen zu Spannung und in die Katastrophe.
Augustia ist Bernardas älteste Tochter aus erster Ehe und hat von ihrem Vater ein Vermögen geerbt. Sie hat als einzige das Privileg, das Haus zu verlassen, um sich mit Pepe el Romano, ihrem Zukünftigen, zu treffen. Der ist aber eigentlich in die jüngste Schwester, Adela, verliebt, die sich auch heimlich mit ihm trifft. Aus finanziellen Gründen hält er aber an der Verlobung mit Augustia fest. Die eifersüchtige mittlere Schwester, Martirio, verrät die geheime Romanze und löst damit eine Kettenreaktion aus, die Bernardas Familie ins Unglück stürzt.
Die gefeierte britische Autorin Alice Birch holt Federico García Lorcas Stück, das bereits 1936 seiner Zeit voraus war, noch weiter in die Gegenwart. Sie und Regisseurin Katie Mitchell entwickeln am Deutschen
Schauspielhaus Hamburg ihr System des parallelen Erzählens weiter und bringen eine erschütternde Geschichte über familiäre Konflikte und die erdrückende Macht des Patriarchats auf die Bühne. Eine faszinierend ineinander verwobene Erzählung über Unterdrückung und Widerstand.
Redaktionshinweis: Als Medienpartner des Berliner Theatertreffens zeigt 3sat vier „Starke Stücke“ vom 62. Berliner Theatertreffen (2.-18.5.2025). Den Auftakt macht „Bernarda Albas Haus“ vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Am
Samstag, 10. Mai, um 20.15 Uhr folgt „Die Gewehre der Frau Carrar/Würgendes Blei“, eine Inszenierung von Luise Voigt aus dem Residenztheater München, am Samstag, 17. Mai, um 20.15 Uhr „Unser Deutschlandmärchen“, inszeniert von Hakan Savas Mican für das Maxim Gorki Theater in Berlin.
Das vierte „Starke Stück“, „Double Serpent“, von Ersan Mondtag für das Hessische Staatstheater Wiesbaden inszeniert, ist ab Samstag, 3. Mai, zusammen mit den drei anderen „Starken Stücken“ in der 3satMediathek abrufbar.