Übersicht
Im Sozialismus galt westliche Musik als ideologische Bedrohung. Um sich dem staatlichen Diktat zu widersetzen, wuchs im Verborgenen eine kreative Gegenkultur. Ein beunruhigendes Déjà-vu: In Russland landen unliebsame
Künstler auf schwarzen Listen, weil sie sich gegen den
Krieg in der Ukraine oder regimekritisch äußern.
Die russische Punkband Pornofilmy kann davon ein Lied singen. Die 100. „Tracks East“-Folge wirft einen Blick auf die heikle Liaison von Kunst und Politik.
Themen
Details
Musik ist mehr als Unterhaltung. Sie kann auch als Seismograf gesellschaftlicher Spannungen und als ein Instrument des Protests betrachtet werden. Künstler landen auf schwarzen Listen, wenn ihre Musik dem herrschenden Regime missfällt. Doch nicht alle Verbote sind staatlich verordnet. Es gibt auch jene, die eine Gesellschaft diktiert. In der Ukraine zum
Beispiel: Wer als ernstzunehmender Künstler wahrgenommen werden will, macht keine Musik mit Russen. Die Pop-Ikone Dakooka hat am eigenen Leib erfahren, was es heißt, wenn man es doch tut. Als sie mit der russischen Band Aigel einen Song veröffentlichte, wurde sie von vielen ukrainischen Fans scharf attackiert. Der Vorwurf: Kollaboration mit dem Feind. Was für Dakooka ein musikalischer Brückenschlag war, galt für andere als Verrat.
Welche Rolle spielt Kunst in Zeiten des Krieges? Wie viel Freiheit bleibt Musikern, wenn nicht nur Diktaturen, sondern auch die eigene Community sie abstraft?
Die 100. Sendung von „Tracks East“ wirft einen Blick auf Verbote und Zensur - von den Schattenwirtschaften der Sowjetzeit bis zu den heutigen Frontlinien zwischen Ideologie und Kunstfreiheit.
Hinweis
Diese Sendungen könnten Sie auch interessieren