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Am 19. September 1908 tritt der Komponist
Gustav Mahler vor das hundertköpfige Orchester der Tschechischen Philharmonie und des Orchesters des Neuen Deutschen Theaters und gibt in Prag die Uraufführung seiner Symphonie Nr. 7 in e-Moll. Mehr als hundert
Jahre später wird das Werk von der Tschechischen Philharmonie und den
Bamberger Symphonikern aufgeführt.
Gerade die Mitglieder des letztgenannten Ensembles legten nach der Vertreibung aus der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg den Grundstein für die heutigen Bamberger Symphoniker.
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Das Open-Air-Konzert im Rahmen des Internationalen Dvorák-Prag-Festivals soll die Uraufführung von Gustav Mahlers Symphonie Nr. 7 im Jahr 1908 nachempfinden. Der damalige Veranstaltungsrahmen - die Jubiläumsausstellung der Handels- und Gewerbekammer - war ein Ereignis, das die tschechische Öffentlichkeit und die Medien von Mai bis Oktober jenes Jahres in Atem hielt. Die spektakuläre Veranstaltung präsentierte die böhmischen Länder als industrielles Herz des österreichischen Kaiserreichs und stellte auch die Kultur in den Vordergrund. Auf dem Prager Messegelände fand unter der Leitung des Komponisten selbst die erfolgreiche Uraufführung statt, es spielten die vereinten Orchester der Tschechischen Philharmonie und des Neuen Deutschen Theaters.Nach der Vertreibung aus der Tschechoslowakei in der Nachkriegszeit waren es eben die ehemaligen Mitglieder des Orchesters, die den Grundstein für die heutigen Bamberger Symphoniker in Bayern legten. Obwohl von der Jubiläumsausstellung, heute nur noch wenige Strukturen übrig sind, wirkt die Kraft der Musik immer noch nach und die Vereinigung des tschechischen und des deutschen Orchesters unter dem kosmopolitischen Dirigat Mahlers erinnert daran, dass Prag zu Recht den Titel „Herz Europas“ für sich beanspruchen kann. Heute nehmen die Tschechische Philharmonie, die Bamberger Symphoniker, der Dirigent Jakub Hrusa und Mahlers Siebte zu Recht ihren Platz ein. Das Konzert ist im weiteren Sinne auch Teil des Jahres der tschechischen Musik.
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