Übersicht
Nach dem Tod seiner Eltern nimmt der
Filmemacher E.S. Abschied vom Haus seiner Kindheit in seiner Heimatstadt Nazareth. Hier, aber auch in seiner Pariser Wohnung, lässt sich ein
Gefühl der Fremdheit und Heimatlosigkeit nicht unterdrücken, besonders am französischen Nationalfeiertag mit seinen Militärparaden.
Doch was heißt es, „fremd“ zu sein, wenn ein französischer Produzent dem vorgelegten Drehbuch attestiert, es sei nicht palästinensisch genug? Was heißt es, palästinensisch zu sein? Um das herauszufinden, reist E.S. nach New York zu anderen Emigranten aus Palästina. Er findet dort zwar auch keine Lösung, aber zumindest seine Sprache wieder ...
Themen
Details
Mit einem an Jacques Tati und Buster Keaton geschulten Blick erzählt der Filmemacher Elia Suleiman von den
Absurditäten seines Daseins als Palästinenser im Exil, von einem Gefühl der Fremdheit in der Welt.Die namenlose Hauptfigur E.S., gespielt vom Regisseur selbst, reist in seine Heimatstadt Nazareth, wo er nach dem Tod seiner Eltern Abschied vom Haus seiner Kindheit nimmt. Wehmütig registriert E.S., wie sich seine Heimat durch die israelische Besatzung, fundamentalistische Muslime und allzu besitzergreifende Nachbarn in etwas verwandelt hat, das ihm fremd geworden ist.Zurück in seiner Wohnung in Paris, wo er an einem neuen Filmprojekt arbeitet und sich gerne vom Straßenleben der Modemetropole ablenken lässt, ist das Gefühl der Unbehaustheit geblieben, besonders am französischen Nationalfeiertag mit seinen Militärparaden und Flugzeugstaffeln am Himmel. Aber was heißt es, „fremd“ zu sein, wenn ein französischer Filmproduzent dem von E.S. eingereichten Drehbuch bescheinigt, es sei nicht palästinensisch genug? Was heißt es, Palästinenser zu sein? Um das herauszufinden, reist E.S. nach New York zu anderen Emigranten aus Palästina. Dort findet der sonst so schweigsame E.S. zwar keine Lösung, aber zumindest seine Sprache wieder ...In Elia Suleimans viertem Langspielfilm geht es einmal mehr mit den Mitteln der Komödie um das Lebensgefühl der Palästinenser - diesmal allerdings in der Diaspora. Doch weil E.S., die Hauptfigur, die Heimat überallhin mitnimmt, erscheinen New York und Paris auf ihre Weise genauso fremd, absurd und seltsam wie Nazareth.
Hinweis
Elia Suleiman gilt als einer der profiliertesten Filmemacher Palästinas. In seinen Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen hat er sich immer wieder mit dem Schicksal seiner Heimat auseinandergesetzt. Sein komödiantischer Stil lebt von stark stilisierten, absurden Alltagsbeobachtungen, die von einem äußerlich unbewegten Zuschauer mit Strohhut à la Buster Keaton - gespielt vom Regisseur selbst - registriert werden. „Vom Gießen des Zitronenbaums“ feierte seine Premiere 2019 im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes, wo er mit dem FIPRESCI-Preis des internationalen Kritikerverbands und einer lobenden Erwähnung der Jury ausgezeichnet wurde.Synchronfassung, Audiodeskription, Produktion: Nazira Films, Pallas Film, Possibles Média, Rectangle Productions, Turkish Radio Television Corporation (TRT), ZDF, ARTE, Zeyno Film
Personen
Schauspieler: Rolle | E |
Regie: | Elia Suleiman |
Drehbuch: | Elia Suleiman |
Kamera: | Sofian El Fani |
Diese Sendungen könnten Sie auch interessieren